No Frank in Lumberton

Eine Hommage an David Lynchs Kultfilm „Blue Velvet

Der Dokumentarfilm „No Frank in Lumberton“ von Peter Braatz und Frank Behnke aus dem Jahr 1988 ist eine Hommage an die Kunst des Filmemachens während der Dreharbeiten zu David Lynchs Kultfilm „Blue Velvet“. „Lumberton“ ist der Name der fiktionalen Stadt, in welcher der Film spielt. „No Frank in Lumberton“ bietet dem Zuschauer mehr als nur Einblicke hinter die Kulissen eines Filmsets und ermöglicht einen ganz persönlichen Zugang zu den Dreharbeiten. Dabei sind es nicht Interviews, Anekdoten oder nüchterne Informationen, die den Zauber der Entstehung eines Kultfilms erahnen lassen, sondern surrealistische Eindrücke, die David Lynchs atmosphärische Kunst des Filmeschaffens zu fassen versuchen.

Die experimentelle Aneinanderreihung des Bildmaterials mag dem Zuschauer zunächst fremd erscheinen, die Kombination der Filmschnipsel mit der sprachlichen Ebene gleicht jedoch nach einer bestimmten Zeit einer hypnoseartige Faszination. Dieses knapp 60-minütige Eintauchen in David Lynchs Scheinwelt wird kommentiert von Peter Braatz, einem deutschen Photographen und Filmstudenten. Die Tonspur dazu hatte er bereits im Voraus zusammengestellt und diese im Nachhinein mit der Bilddramaturgie kombiniert. Der Film erscheint wie ein fragmentartiges Puzzle – eine Simulation der Impressionen, die Peter Braatz über David Lynch mit den Zuschauern teilen möchte und in „No Frank in Lumberton“ verarbeitet.

Dass „Blue Velvet“ im Laufe der Jahre zu einem der bedeutendsten Kultfilme der 80er Jahre heran reifen würde, konnte Peter Braatz damals noch nicht wissen, womöglich aber bereits erahnen. Zumindest aber hatte er dessen Potential erkannt und mit seinem Dokumentarfilm die Mystik um „Blue Velvet“ intensiviert und seiner langjährigen Würdigung des Genies David Lynchs Ausdruck verliehen.